Kurz zusammengefasst
Ob sich die Gruppenhaltung von Sauen erweitern lässt, entscheidet nicht allein die Anzahl der Tiere. Ausschlaggebend sind die verfügbare Fläche je Tier und eine funktionale Buchtenaufteilung. Gerade Familienbetriebe stoßen bei der Weiterentwicklung meist eher an räumliche Grenzen und ungünstige Laufwege als an finanzielle Grenzen.

- Seit dem 1. Januar 2013 ist die Gruppenhaltung tragender Sauen und Jungsauen in den Niederlanden gesetzlich vorgeschrieben.
- IKB Varken setzt mindestens 2,25 m² Buchtenfläche je Tier voraus, davon mindestens 1,3 m² geschlossene Bodenfläche.
- Für Rangkämpfe und Ausweichbewegungen sollte eine freie Fläche von mindestens 2,5 x 2,5 Metern vorhanden sein.
- Die Gruppengröße beeinflusst den Flächenbedarf: Bei weniger als 6 Tieren gilt ein Zuschlag von 10%, bei mehr als 40 Tieren ist ein Abschlag von 10% möglich.
- Bei Umbauten ist häufig der vorhandene Güllekeller die eigentliche Begrenzung, nicht die Buchteneinrichtung.
Warum scheitert die Erweiterung eines Sauenstalls oft an der verfügbaren Fläche?
Van Osch B.V. erlebt es regelmäßig in Familienbetrieben beim Generationswechsel: Die nächste Generation möchte den Sauenbestand um ein Viertel erhöhen, die Genehmigung lässt es zu, doch nach der Neuaufteilung der Gruppenhaltung bleibt zu wenig nutzbare Freifläche je Tier. Schnell geht es dann um Stahlpreise. Tatsächlich liegt die Herausforderung meist im Grundriss.
Das ist kein Einzelfall. In der niederländischen Landwirtschaft sind 92 Prozent aller Betriebe Familienunternehmen. Fragen zur Betriebserweiterung hängen daher fast immer mit der Hofnachfolge zusammen. Die Investition muss nicht nur heute passen, sondern auch in fünfzehn Jahren noch praxistauglich sein, wenn die nächste Generation Verantwortung übernimmt.
Zugleich hat sich das Wachstum der Betriebsgrößen abgeschwächt. Laut CBS-Zahlen zum Schweinebestand lag die durchschnittliche Anzahl Schweine je Betrieb 2024 bei 3.434, lediglich 36 mehr als im Vorjahr. Für die meisten Betriebe bedeutet Wachstum deshalb nicht Verdopplung, sondern die vorhandene Stallfläche besser zu nutzen.
Welche Anforderungen gelten 2026 für die Gruppenhaltung von Sauen?
Unter Gruppenhaltung von Sauen versteht man die Haltung tragender Sauen und Jungsauen in Gruppen. Sie ist in den Niederlanden seit dem 1. Januar 2013 gesetzlich vorgeschrieben. Nach Angaben der niederländischen Unternehmensbehörde dürfen Sauen nach dem Decken höchstens vier Tage einzeln gehalten werden. Spätestens eine Woche vor dem Abferkeln müssen sie wieder in der Gruppe stehen.

Flächenvorgaben, die Ihr Projekt bestimmen
Das Vorgabendokument der Stiftung IKB Varken nennt die Berechnungsgrundlage: mindestens 2,25 m² Buchtenfläche je Tier, davon mindestens 1,3 m² geschlossene Bodenfläche. Bei Gruppen mit weniger als 6 Tieren erhöht sich der Wert um 10% auf 2,475 m² je Tier. Bei Gruppen mit mehr als 40 Tieren darf die Fläche um 10% reduziert werden.
Dieser letzte Punkt wird oft unterschätzt. Wer zwei Gruppen mit je 30 Tieren zu einer Gruppe mit 60 Tieren zusammenführt, gewinnt rechnerisch Fläche. Größere Gruppen verlangen jedoch eine besonders sorgfältige Futterverteilung und ein gutes Management der Rangordnung.
Anforderungen an den Boden
Neben den Flächenvorgaben gelten nach der EU-Richtlinie 2008/120/EG und dem niederländischen Beschluss über Tierhalter Anforderungen an den Boden: Er darf nicht rutschig sein und muss so beschaffen sein, dass er keine Verletzungen oder unnötiges Leiden verursacht. Bei Sanierungen scheitert ein an sich überzeugender Grundriss häufig daran, dass der vorhandene Spaltenboden nicht zur neuen Buchtenaufteilung passt.
Wie stellen Sie sicher, dass die Gruppenhaltung nicht nur auf dem Papier funktioniert?
Eine Bucht kann sämtliche Vorgaben erfüllen und dennoch Unruhe verursachen. Entscheidend ist nicht nur die Gesamtfläche, sondern vor allem die Form der freien Fläche.
Eine Untersuchung der Wageningen UR zur Gruppenhaltung leerer und tragender Sauen nennt eine konkrete Faustregel: In der Bucht sollte mindestens eine freie Fläche von 2,5 x 2,5 Metern vorhanden sein. So können zwei Sauen aneinander vorbeidrehen, und ein Tier kann nach einem Rangkampf ausweichen. Mehr freie Fläche ist noch besser.
Warum schmale Buchten langfristig teurer werden
Eine langgezogene Bucht mit 2 Metern Breite kann auf dieselbe Gesamtfläche kommen wie eine annähernd quadratische Bucht. Den nötigen Wendebereich bietet sie jedoch nicht. Die Folgen zeigen sich in Schulterverletzungen und bei Tieren, die nicht ausreichend ans Futter gelangen. Diese Kosten erscheinen nicht in der Investitionsrechnung, belasten aber den laufenden Betrieb.
Vom Laufweg aus planen, nicht vom Raster
Deshalb beginnt Van Osch B.V. die Planung der Gruppenhaltung von Sauen nicht mit dem Einzeichnen von Buchten in ein Raster. Zuerst wird geklärt, wie die Sau vom Liegebereich zum Fressplatz und zum Kotbereich läuft und wie sich die betreuende Person dazwischen bewegt. Daraus ergibt sich die Position der Trennwände. Erst danach werden Materialien ausgewählt.
So gehen Sie vor:
- Zeichnen Sie zuerst die freie Fläche von 2,5 x 2,5 Metern in den vorhandenen Grundriss ein, bevor Sie die Buchten aufteilen. Reicht der Platz nicht aus, liegt das Problem an der Buchtenform und nicht an der Gesamtfläche.
- Berechnen Sie den Flächenbedarf für jede Gruppe: Bei weniger als 6 Tieren 2,475 m², bei 6 bis 40 Tieren 2,25 m² und bei mehr als 40 Tieren ist ein um 10% niedrigerer Wert zulässig.
- Prüfen Sie, ob sich mindestens 1,3 m² geschlossene Bodenfläche je Tier mit der bestehenden Kelleraufteilung umsetzen lassen.
- Gehen Sie den Kontrollweg durch: Wie viele Türen und Tore passieren Sie bei einem Kontrollgang? Jeder zusätzliche Handgriff fällt täglich an.
Wie kann eine Erweiterung der Gruppenhaltung auf einem bestehenden Familienbetrieb aussehen?
Praxisbeispiel: ein beispielhaftes Szenario aus der Schweinehaltung
Stellen Sie sich einen Sauenbetrieb an einem Standort vor, auf dem der Sohn bereits mitarbeitet und den Betrieb in einigen Jahren übernimmt. Im bestehenden Wartestall werden Gruppen mit jeweils rund 30 Tieren gehalten. Gewünscht ist eine höhere Sauenanzahl, ohne Neubau und ohne den Güllekeller öffnen zu müssen.
Die erste Planung sah schmalere Buchten vor, mit denen die Flächenvorgabe gerade noch eingehalten worden wäre. In einer Planungsrunde wurde deutlich, dass dadurch der freie Wendebereich verloren ging und der Kontrollgang zwei zusätzliche Türen erforderte. Die zweite Planung führte zwei Gruppen zu einer Gruppe mit mehr als 40 Tieren zusammen. Damit konnte der Abschlag von 10% auf die Flächenvorgabe genutzt werden, und es entstand Platz für einen breiteren Mittelgang.
Das Ergebnis solcher Projekte: dieselbe Belegung, weniger Laufmeter je Kontrollgang und eine Aufteilung, die sich bei einem weiteren Entwicklungsschritt erneut anpassen lässt. Die konkreten Ergebnisse unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb, das Grundprinzip bleibt jedoch gleich.

Dass Van Osch B.V. solche Neuaufteilungen für die Gruppenhaltung von Sauen plant und in Uden selbst produziert, spart bei diesen Projekten vor allem Zeit. Eine abweichende Wandabmessung oder ein angepasstes Fressliegeboxengestell stammt aus der eigenen Fertigung und nicht aus einem Katalog, dessen Maße fast passen. Bei Sanierungen entscheidet das oft darüber, ob ein Kompromiss entsteht oder ein stimmiges Gesamtkonzept. Die Projektbeispiele unter realisierte Sauenställe zeigen, wie unterschiedlich die Lösungen je nach Betrieb ausfallen können.
Was bringt eine durchdachte Neuaufteilung gegenüber dem Weiterbauen nach dem alten Plan?
Der sichtbare Unterschied zeigt sich im Arbeitsalltag. Die folgende Gegenüberstellung vergleicht beide Wege anhand der Punkte, die in Sanierungsprojekten immer wieder entscheidend sind.
| Aspekt | Weiterbau nach bestehender Aufteilung | Neuaufteilung nach Laufweg und Vorgabe |
|---|---|---|
| Freie Fläche je Bucht | Häufig unter 2,5 x 2,5 m | Mindestens 2,5 x 2,5 m eingeplant |
| Flächenvorgabe je Tier | Knapp bei 2,25 m² | 2,25 m² oder mehr, Gruppengröße wird genutzt |
| Gruppengröße | 2 Gruppen mit jeweils rund 30 Tieren | 1 Gruppe mit mehr als 40 Tieren, 10% Abschlag nutzbar |
| Anzahl der Lieferanten | Meist 3 bis 4 Anbieter | 1 Anbieter für Wände, Spaltenböden und Fressliegeboxen |
| Anpassbarkeit bei der nächsten Erweiterung | Begrenzt, der Keller bestimmt alles | Modular, Trennwände versetzbar |
Die rechte Spalte benötigt in der Planungsphase mehr Zeit, meist einige zusätzliche Gespräche am Tisch. Diese Zeit zahlt sich aus, sobald das Montageteam kommt und jedes Bauteil passt.
Ein zweiter Vorteil ist weniger sichtbar, aber umso wichtiger: Wenn ein Anbieter für Wände, Spaltenböden, Tröge und Tränken verantwortlich ist, gibt es bei Problemen einen festen Ansprechpartner. Van Osch B.V. hat diesen Anspruch in den Vijf O’s festgehalten: lösungsorientiert, unterstützend, offen, ordentlich und aufrichtig. Dazu gehört auch eine Rückrufgarantie innerhalb eines Arbeitstags. Gerade an diesem Punkt wurden viele Schweinehalter in früheren Projekten enttäuscht: überzeugende Zusagen im Angebot, aber keine Rückmeldung nach der Übergabe.
Was sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie Ihren Sauenstall jetzt anpassen möchten?
Die Weiterentwicklung eines Familienbetriebs verlangt einen Stall, der zwei Generationen gerecht wird. Es geht nicht darum, maximal groß zu bauen, sondern möglichst flexibel zu planen.

Drei Erkenntnisse sind besonders wichtig. Erstens: Die Fläche je Tier ist eine Untergrenze, kein Planungsziel. Zweitens: Die Gruppengröße ist ein Planungshebel, der die Flächenvorgabe verändert und viel zu selten bewusst eingesetzt wird. Drittens: Bei Sanierungen setzen Güllekeller und Bodenaufbau häufiger die Grenzen als das Budget. Wer diese Faktoren früh prüft, vermeidet teure Kurswechsel während des Projekts. Wie ein solcher Prozess Schritt für Schritt abläuft, erläutert der Leitfaden für einen maßgeschneiderten Sauenstall.
So gehen Sie vor:
- Fordern Sie vor dem ersten Planungsgespräch eine Keller- und Bodenzeichnung an. Ohne diese Unterlagen bleibt jede Buchtenplanung eine Annahme.
- Legen Sie fest, welche Gruppengröße Sie beim Fütterungsmanagement bewältigen können, und berechnen Sie beide Varianten, also unter und über 40 Tiere.
- Halten Sie fest, welche Trennwände später versetzbar sein müssen, und wählen Sie die Befestigung entsprechend aus.
- Besprechen Sie mit Ihrer Nachfolge, welche Arbeitsroutine in zehn Jahren realistisch ist, und prüfen Sie den Grundriss daran.
- Fragen Sie den Hersteller nach den Lieferzeiten für Ersatzteile. Eigene Fertigung bedeutet bei Schäden in der Regel kürzere Durchlaufzeiten.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die Gruppenhaltung von Sauen gesetzlich vorgeschrieben?
Seit dem 1. Januar 2013 müssen tragende Sauen und Jungsauen in den Niederlanden in Gruppen gehalten werden. Nach dem Decken dürfen sie höchstens vier Tage einzeln untergebracht sein und müssen spätestens eine Woche vor dem Abferkeln wieder in die Gruppe zurückkehren. Für abgesetzte Ferkel, Mastschweine und Jungsauen galten Vorgaben zur Gruppenhaltung bereits früher.
Wie viele Quadratmeter braucht eine Sau in einer Gruppenbucht?
Nach den Vorgaben von IKB Varken mindestens 2,25 m² Buchtenfläche je Tier, davon mindestens 1,3 m² geschlossene Bodenfläche. Bei Gruppen mit weniger als 6 Tieren kommen 10% hinzu, bei Gruppen mit mehr als 40 Tieren dürfen 10% abgezogen werden. Prüfen Sie zusätzlich immer, ob eine zusammenhängende freie Fläche von 2,5 x 2,5 Metern erhalten bleibt.
Lässt sich ein bestehender Sauenstall ohne Neubau umbauen?
In vielen Fällen ja, allerdings bestimmen der vorhandene Güllekeller und der Spaltenboden, wie weit der Umbau gehen kann. Wenn das Verhältnis zwischen geschlossener Fläche und Spaltenboden nach der Neuaufteilung nicht mehr passt, wird der Umbau aufwendiger als zunächst erwartet. Lassen Sie deshalb zuerst die Keller- und Bodenzeichnung prüfen, bevor Sie die Buchteneinrichtung bestellen.
Was ist der Unterschied zwischen Fressliegeboxen und freier Gruppenhaltung?
Fressliegeboxen bieten jeder Sau innerhalb der Gruppe einen eigenen Fressplatz, sodass die Rangordnung die Futteraufnahme weniger beeinflusst. Bei freier Gruppenhaltung mit Abruffütterung wird weniger Bodenfläche für Boxen benötigt, junge Tiere müssen jedoch intensiver an das System gewöhnt werden. Welche Variante geeignet ist, hängt von Gruppengröße, Arbeitsaufwand und dem bestehenden Stallgrundriss ab.
Wie unterstützt Van Osch B.V. bei der Erweiterung einer Gruppenhaltung?
Als Hersteller und Spezialist aus einer Hand plant Van Osch B.V. die Gruppenhaltung anhand der vorhandenen Stallmaße und produziert anschließend in der eigenen Fertigung in Uden. Dazu gehören Wände, Spaltenböden, Fressliegeboxen und Tränken aus Edelstahl. Bei Sondermaßen oder späteren Anpassungen bleibt damit ein Ansprechpartner verantwortlich. Unter maßgeschneiderte Stalleinrichtung erfahren Sie, wie individuelle Lösungen bereits in der Planungsphase ausgearbeitet werden.
Fazit
Auf die Frage, wie viel Platz die Gruppenhaltung von Sauen bei einer Erweiterung benötigt, gibt es keine pauschale Antwort. Die Vorgaben sind klar: 2,25 m² je Tier, 1,3 m² geschlossene Bodenfläche und eine freie Fläche von 2,5 x 2,5 Metern. Ob sich das Konzept tatsächlich umsetzen lässt, hängt jedoch von der Kelleraufteilung, der Gruppengröße und den Laufwegen im Stall ab.
Beginnen Sie daher mit dem Grundriss und dem Bodenaufbau, nicht mit der gewünschten Sauenanzahl. Berechnen Sie beide Varianten der Gruppengröße. Definieren Sie, was später versetzbar sein muss. Und beziehen Sie Ihre Nachfolge in die Planung der Arbeitsabläufe ein, denn sie wird künftig in dem Stall arbeiten, den Sie heute planen.
Wer Gruppenhaltung und Betriebserweiterung in dieser Reihenfolge angeht, erhält einen Stall, der auch nach der Hofübergabe anpassungsfähig bleibt. Weitere Beispiele realisierter Neuaufteilungen finden Sie unter realisierte Projekte der Sauenhaltung.
Quellen
- 92 procent van alle bedrijven een familiebedrijf — Planbureaufryslan
- CBS-cijfers over de varkensstapel — Varkens
- voorschriftendocument van Stichting IKB Varken — Ikbvarken
- groepshuisvesting voor guste en drachtige zeugen — Researchgate
- Voorschriften en interpretatiedocument Regeling IKB Varken — Stichting IKB Varken